Der Verordnungsvordruck

Die neue zahnärztliche Heilmittelverordnung besteht aus einem DIN A4-Blatt mit Vorder- und Rückseite. Es handelt sich dabei um einen gemeinsamen Vordruck für „Physiotherapie und physikalische Therapie“ sowie „Sprech- und Sprachtherapie“, der überwiegend durch Ankreuzfelder befüllt werden kann. Der Verordnungsvordruck enthält alle verordnungsfähigen Heilmittel nach Maßgabe des Heilmittelkatalogs Zahnärzte sowie die Frequenz. Der Patient überbringt den Vordruck dem Therapeuten. Der Vordruck ist später Bestandteil der Abrechnung des Therapeuten.

Auf der Vorderseite erfolgt die Verordnung durch den Vertragszahnarzt (und später die Abrechnung des Therapeuten).

Auf der Rückseite muss der Patient den Empfang der Behandlungsleistung je Behandlungstermin beim Therapeuten bestätigen. Bei einer Verordnung außerhalb des Regelfalls ist von der Krankenkasse des Patienten auch auf dieser Seite die Bestätigung einzutragen (sofern die Krankenkasse nicht auf den Genehmigungsvorbehalt verzichtet).

Verordnung Zahnärzte Vorderseite

Die folgenden Ziffern beziehen sich auf die gekennzeichneten Bereiche des Verordnungsvordruckes.


(1) Patientendaten, Krankenversicherung, Betriebsstätten-Nr., Vertragszahnarzt-Nr., Verordnungsdatum

Die Angaben zum Patienten und der Versicherung können in der Regel der Versicherten-Chipkarte entnommen werden. Hinzu kommen die Betriebsstätten-Nr., die Vertragszahnarzt-Nr. und das Ausstellungsdatum der Verordnung. Alle Angaben werden in der Regel auf den Vordruck aufgedruckt.


(2) Verordnung im Regelfall

Eine „Erstverordnung“ liegt dann vor, wenn es sich um die erste Heilmittelverordnung für einen Patienten zu einer bestimmten Diagnose handelt. Hier ist vom Vertragszahnarzt „Erstverordnung“ anzukreuzen.

Nach einer „Erstverordnung“ gilt jede weitere Verordnung zur Behandlung derselben Diagnose eines Patienten als Folgeverordnung. In diesem Fall ist vom Vertragszahnarzt „Folgeverordnung“ anzukreuzen.

Hinweis: Es kann sein, dass sich im Behandlungsverlauf auch bei gleichbleibender Diagnose die Leitsymptomatik und damit das Therapieziel sowie die Wahl der Heilmittel ändern können. Hieraus ergibt sich jedoch kein neuer Regelfall. Eine Folgeverordnung im selben Regelfall liegt also auch dann vor, wenn sich bei derselben Diagnose die Leitsymptomatik oder die Wahl der Heilmittel ändert. Rezidive oder neue Erkrankungsphasen können (erst) nach einer behandlungsfreien Zeit von mehr als 12 Wochen einen neuen Regelfall mit einer erneuten „Erstverordnung“ auslösen.

Hinweis: Bei entsprechender Indikation ist die gleichzeitige Verordnung von Heilmitteln aus verschiedenen Abschnitten des Heilmittelkatalogs Zahnärzte (Maßnahmen der Physiotherapie und der physikalischen Therapie sowie Maßnahmen der Sprech- und Sprachtherapie) zulässig.

Dabei ist für jede Verordnung je ein Verordnungsvordruck zu verwenden.


(3) Verordnungen außerhalb des Regelfalles

Der Vertragszahnarzt kann abweichend von den Vorgaben des Heilmittelkatalogs Zahnärzte weitere Folgeverordnungen verordnen, wenn das Therapieziel mit der Verordnungsmenge im Regelfall nicht zu erreichen ist. In diesem Fall ist vom Vertragszahnarzt „Verordnung außerhalb des Regelfalls“ anzukreuzen.

Für eine solche Verordnung „außerhalb des Regelfalls“ muss der Vertragszahnarzt eine zahnmedizinische Begründung mit einer prognostischen Einschätzung angeben. Zudem ist eine störungsbildabhängige erneute Diagnostik durchzuführen.

Diese begründungspflichtigen Verordnungen müssen vor der Fortsetzung der Therapie (vom Patienten/Versicherten oder einer von ihm beauftragten
Person) der zuständigen Krankenkasse zur Genehmigung vorgelegt werden (sofern die Krankenkasse nicht auf den Genehmigungsvorbehalt verzichtet hat).

Besteht ein längerfristiger Heilmittelbedarf gemäß § 8 der HeilM-RL ZÄ wird dieser als „Verordnung außerhalb des Regelfalls“ gekennzeichnet. In diesem genehmigungspflichtigen Fällen muss der Regelfall nicht durchlaufen werden.

Die Verordnungsmenge ist jedoch so zu bemessen, dass mindestens eine zahnärztliche Untersuchung innerhalb von 12 Wochen gewährleistet ist.


(4) Beginn der Therapie

Wird vom verordnenden Vertragszahnarzt hier kein Datum eingetragen, soll die Behandlung innerhalb von 14 Kalendertagen begonnen werden.

Der Vertragszahnarzt kann eine kürzere oder längere Frist bestimmen. In diesem Fall trägt er das gewünschte Datum hier ein. Für eine Angabe des Behandlungsbeginns können zahnmedizinische oder organisatorische Gründe ausschlaggebend sein (z.B. viele Feiertage innerhalb der 14 Kalendertage).


(5) Hausbesuch

Der Vertragszahnarzt kann bestimmen, dass die Therapie am Wohnort des Patienten als „Hausbesuch“ durchgeführt wird. Das ist nur dann zulässig, wenn der Patient aus medizinischen Gründen den Therapeuten nicht aufsuchen kann bzw. wenn zwingende medizinische Gründe vorliegen. Falls erforderlich ist der Hausbesuch mit „Ja“ zu kennzeichnen.


(6) Therapiebericht

Der Vertragszahnarzt muss hier festlegen, ob er vom Therapeuten nach Abschluss der Behandlungsserie einen Therapiebericht erhalten möchte. Wenn der Therapiebericht gewünscht ist, ist dies mit „Ja“ zu kennzeichnen.


(7) Verordnungsmenge

Der Vertragszahnarzt richtet sich bei der Angabe der Behandlungsanzahl pro Verordnung nach den Maßgaben des Heilmittelkatalogs Zahnärzte. Je nach Ausprägung der Erkrankung sowie der Art der Verordnung (Erst-, Folgeverordnung) kann diese Menge variieren.

Bei Verordnungen „außerhalb des Regelfalls“ muss der Zahnarzt die Verordnungsmenge sowie die Frequenzempfehlung selbst festlegen. Hieraus ergibt sich dann das Intervall der ärztlichen Befundkontrolle, welches maximal bei 12 Wochen liegen soll.


(8) Heilmittel nach Maßgabe des Kataloges

Auf der zahnärztlichen Heilmittelverordnung sind die Heilmittel der Physiotherapie und der physikalischen Therapie sowie der Sprech- und Sprachtherapie nach Maßgabe des Heilmittelkatalogs Zahnärzte anzugeben.

Dabei sind sowohl die möglichen Heilmittel als auch die mögliche Frequenz schon aufgedruckt.

Die zulässigen Heilmittel ergeben sich aus der Leitsymptomatik bzw. dem hieraus folgenden Behandlungsziel.

Der Heilmittelkatalog Zahnärzte sieht zur indikationsbezogenen Behandlung der Patienten vorrangige und ergänzende Heilmittel vor.
 
Das im Katalogteil unter [A] aufgeführte vorrangige Heilmittel soll in erster Linie zur Anwendung kommen. Sind hier mehrere Heilmittel genannt, z.B. Allgemeine Krankengymnastik/Manuelle Therapie, kann der Vertragszahnarzt eines von diesen durch Ankreuzen auf dem Verordnungsvordruck auswählen.

Bei „KG-ZNS Kinder“ (bei Erkrankungen des zentralen Nervensystems bei Kindern bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres) bzw. „KG-ZNS“ (bei Erkrankungen des zentralen Nervensystems ab Vollendung des 18. Lebensjahres) kann der Vertragszahnarzt durch Ankreuzen von „Bobath“, „Voita“ bzw. „Bobath“, „Voita“ oder „PNF“ die Maßnahme spezifizieren. Erfolgt keine Spezifikation kann der Heilmittelerbringer die entsprechende Maßnahme auswählen.

Bei der Verordnung der Manuellen Lymphdrainage ist die Angabe der Therapiedauer durch Ankreuzen von MLD-30 bzw. MLD-45 gemäß Heilmittelkatalog Zahnärzte anzugeben.

Es kann maximal ein vorrangiges Heilmittel verordnet werden.

Zusätzlich zu [A] kann zur Verbesserung der Therapieeffizienz ein „ergänzendes Heilmittel [C]“ verordnet werden, z.B. Kältetherapie (Kaltpackungen, Kaltgas, Kaltluft), Wärmetherapie (Warmpackungen, Heißluft, Heiße Rolle, Ultraschall) oder Elektrotherapie/Elektrostimulation.

Ergänzende Heilmittel [C] in Form von Wärme- und Kältetherapie können zur Verbesserung der Therapieeffizienz nur in Kombination mit einem vorrangigen Heilmittel verordnet werden. Durch Ankreuzen von „Heißluft“, „Heiße Rolle“, „Ultraschall“ oder „Packungen“ kann der Vertragszahnarzt die Maßnahmen der Wärmetherapie spezifizieren. Erfolgt keine Spezi-fikation kann der Heilmittelerbringer selbstständig die entsprechende Maßnahme auswählen.

Ergänzende Heilmittel in Form von Elektrotherapie oder Elektrostimulation können ebenfalls als ergänzendes Heilmittel zu den vorrangigen Heilmitteln verordnet werden. Allerdings kann die Elektrotherapie bzw. Elektrostimulation auch ohne Verordnung eines vorrangigen Heilmittels verordnet werden.

Unter „Ggf. Spezifizierung“ kann vom Vertragszahnarzt eine weitere Spezifizierung der Wärme-, Kälte- und Elektrotherapie vorgenommen werden. Diese können folgende Maßnahmen umfassen: Wärmetherapie (Heißluft, Heiße Rolle, Ultraschall, Warmpackungen), Kältetherapie (Kaltpackungen, Kaltgas, Kaltluft), Elektrotherapie und Elektrosimulation.

Es kann maximal ein ergänzendes Heilmittel verordnet werden.

In geeigneten Fällen können zusätzlich zur Manuellen Lymphdrainage „Übungsbehandlungen“ verordnet werden.

Die Verordnung von Maßnahmen der Sprech- und Sprachtherapie erfolgt nach Maßgabe des Heilmittelkatalogs Zahnärzte und in Abhängigkeit von der zahnmedizinischen Indikation (konkretes Störungsbild). Maßnahmen der Sprech- und Sprachtherapie sind in Abhängigkeit vom Störungsbild und der Belastbarkeit des Patienten als 30-, 45- oder 60 minütige Behandlung vorgesehen. Die entsprechende Dauer ist durch Ankreuzen vom Vertragszahnarzt auszuwählen.

Hinweis: Einige Heilmittel werden im offiziellen Heilmittelkatalog nur mit dem Sammelbegriff aufgeführt, z.B. „Wärmetherapie“, obwohl hierunter verschiedene Heilmittel fallen, wie z.B. Heißluft, Warmpackungen, Ultraschall, Heiße Rolle. Die gewünschte Therapieform sollte auch aus abrechnungstechnischen Gründen auf der Verordnung explizit aufgeführt werden.


(9) Therapiefrequenz (Anzahl pro Woche)

Der verordnende Vertragszahnarzt gibt hier eine Empfehlung für die Anzahl der Therapieeinheiten pro Woche vor. Kann diese Frequenzempfehlung nicht eingehalten werden, z. B. aus Gründen, die beim Patienten liegen, so kann der Therapeut nach Absprache mit dem Vertragszahnarzt die Frequenz ändern und dies auf der Rückseite der Verordnung dokumentieren (siehe Punkt 19).

Wenn eine Frequenzspanne vorgegeben werden soll, ist jeweils der untere und der obere Wert anzukreuzen, z.B. 2-3x wöchentlich erfordert ein Kreuz im Feld „2x“ und im Feld „3x“.


(10) Indikationsschlüssel

Der Indikationsschlüssel des Heilmittelkatalogs Zahnärzte ist 3 oder 4 Zeichen lang und ergibt sich aus der Diagnosengruppe sowie der Leitsymptomatik.

Beispiel: Ein Fall wird der Diagnosengruppe „Craniomandibuläre Störungen mit prognostisch kurzzeitigem bis mittelfristigem Behandlungsbedarf“ (CD1) bei Leitsymptomatik „Schmerzen Fehl-/Überbelastungen und Störungen der dynamischen Okklusion“ (a) zugeordnet. Der Indikationsschlüssel lautet „CD1a“.

Die Angabe des Indikationsschlüssels ersetzt nicht die Abbildung von Diagnose und Leitsymptomatik im Vordruck.


(11) ICD-10-Code

Die Felder sind vom Vertragszahnarzt nicht auszufüllen, da aber die Anwendung der ICD-10-Klassifikation noch nicht grundlegend entschieden wurde.


(12) Diagnose und Leitsymptomatik, Befunde

Die Indikation für die Verordnung von Heilmitteln ergibt sich immer aus der Diagnose plus der hiermit einhergehenden Leitsymptomatik (funktionelle/strukturelle Schädigung).

Die Leitsymptomatik und das hiermit einhergehende Therapieziel sind die entscheidenden Kriterien für die Auswahl des zu verordnenden Heilmittels.

Damit der Therapeut möglichst nahtlos und effizient mit der Therapie beginnen kann, sollen die konkrete Diagnose, die Leitsymptomatik sowie Angaben über weitere relevante Befunde/Begleiterkrankungen auf dem Verordnungsvordruck angegeben werden.


(13) Spezifizierung der Therapieziele

Die im Heilmittelkatalog Zahnärzte aufgeführten Therapieziele müssen auf dem Verordnungsvordruck nicht übernommen werden. Allerdings kann der Vertragszahnarzt, wenn die Therapieziele im konkreten Einzelfall nicht eindeutig aus der Diagnose und Leitsymptomatik des Heilmittelkatalogs Zahnärzte hervorgehen, diese Ziele hier näher erläutern.


(14) Medizinische Begründung bei Verordnungen außerhalb des Regelfalles

Hier erfolgt die bereits erwähnte Angabe der zahnmedizinischen Begründung und der prognostischen Einschätzung bei Verordnungen „außerhalb des Regelfalls“ (siehe Punkt 3).

Reicht der Platz auf dem Vordruck nicht aus, kann die Begründung schriftlich formfrei auf einem Zusatzblatt erstellt bzw. fortgesetzt werden.
Bei der medizinischen Begründung soll sich der Vertragszahnarzt am festgestellten Therapiebedarf, der Therapiefähigkeit sowie der Therapieprognose unter Berücksichtigung der angestrebten Therapieziele orientieren. Hierbei ist der textliche Umfang nicht vorgegeben.


(15) IK-Nummer, Zuzahlung, Heilmittelpositionsnummer, Abrechnung

Die Angaben oben rechts auf dem Formular sind nicht vom Vertragszahnarzt auszufüllen, sondern vom Leistungserbringer im Rahmen der Abrechnung der erbrachten Therapieleistung.


(16) Vertragszahnarztstempel, Unterschrift

Unten rechts auf dem Vordruck sind Name, Adresse und Unterschrift des verordnenden Vertragszahnarztes anzubringen.

Verordnung Zahnärzte Rückseite

 

(17) Genehmigung der Krankenkasse

Verordnungen außerhalb des Regelfalls sind (vom Patienten/Versicherten oder einer von ihm beauftragten Person) vor der Fortführung der Behandlung der Krankenkasse zur Genehmigung vorzulegen.

Nach Vorlage der Verordnung kann die Therapie fortgesetzt werden. Die Krankenkasse übernimmt die Kosten des Heilmittels unabhängig vom Ergebnis der Entscheidung über den Genehmigungsantrag, längstens jedoch bis zum Zugang einer Entscheidung über die Ablehnung der Genehmigung.

Hinweis: Die Krankenkasse kann auf die Vorlage von „Verordnungen außerhalb des Regelfalls“ verzichten, was einer pauschalen Genehmigung entspricht.

Hinweis: Bei Diagnosen, bei denen durch die Schwere und Langfristigkeit der funktionellen/strukturellen Schädigung von einem langfristigen Behandlungsbedarf auszugehen ist, muss der Versicherte oder ein Stellvertreter einen Antrag zur Genehmigung stellen.


(18) Empfangsbestätigung

In diesem Bereich des Vordrucks muss der Patient den Erhalt der Therapieleistung je Behandlung durch seine Unterschrift bestätigen.


(19) Angaben zur Durchführung der Therapie

Unten links auf der Rückseite des Vordruckes kann der Therapeut Angaben zum Therapieverlauf eintragen. Hier ist eine Begründung anzugeben, wenn die Verordnungsvorgabe zur Therapiefrequenz in Absprache mit dem Vertragszahnarzt geändert wurde. Zudem ist ein eventueller Behandlungsabbruch zu vermerken.

Hinweis: Diese Rückseite wird nicht an den verordnenden Vertragszahnarzt übermittelt. Der gesamte Vordruck ist Bestandteil der Abrechnung des Therapeuten.


(20) Stempel und Unterschrift des Leistungserbringers

Unten rechts auf der Rückseite des Vordrucks hat der Leistungserbringer Name, Adresse und Unterschrift anzubringen.