Anwendungsbeispiel

Wie kommt man von der Diagnose zum verordnungsfähigen Heilmittel?

Hier nun eine ausführlichere Darstellung anhand eines Beispiels. Sie können dieses Beispiel mit Hilfe des Katalogteils auch einfach nachvollziehen.


Diagnose zuordnen

Sie diagnostizieren bei Ihrem Patienten z.B. eine craniomandibuläre Dysfunktion.

Im Katalog sind die Diagnosen zunächst in die Bereiche eingeteilt, die Sie als Register 1.1 bis 1.4 sehen.

Ihre Diagnose craniomandibuläre Dysfunktion ist dem Kapitel Craniomandibuläre Störungen zuzuordnen, also dem Register [1.1].

Halten Sie jetzt mit dem Daumen das Register bei [1.1] fest. Durch „Wegklappen“ der darüberliegenden Seiten schlagen Sie dieses Kapitel auf.

Register Heilmittelkatalog Zahnärzte

Auf dieser Seite sehen Sie nun eine Auflistung von Diagnosengruppen innerhalb dieses Kapitels. Hier beginnt das zweite Register. Jede Registerlasche ist zwei Großbuchstaben und ggf. einer zusätzlichen Ziffer beschriftet.

Diagnosegruppe CD1

Ihre Diagnose „craniomandibuläre Dysfunktion“ ist der Diagnosengruppe CD1 (Craniomandibuläre Störungen mit prognostisch kurzfristigem bis mittelfristigem Behandlungsbedarf) zuzuordnen.

Halten Sie jetzt mit dem Daumen das Register bei CD1 fest und schlagen Sie diese Seite auf. Das entspricht einem Wegklappen der darüberliegenden Seiten.


Leitsympomatik/Schädigung zuordnen

Sie befinden sich jetzt auf einer Einzeldiagnose-Seite.

Diagnosegruppe CD1 linke Seite

Auf der linken Seite befindet sich eine ausführliche Beschreibung der Diagnose mit evtl. Spezifikationen, Erläuterungen, Ergänzungen und Beispielen. Sie können jetzt noch einmal vergleichen, ob die gestellte Diagnose in diese Diagnosengruppe fällt.

Unterhalb der Beschreibung der Diagnose befindet sich die Legende zu den rechts in der Tabelle verwendeten Abkürzungen der Heilmittel und Symbolen der Verordnungsvorgaben.

Diagnosegruppe CD1 rechte Seite

Die rechte Seite ist tabellarisch aufgebaut:

Die erste Spalte beinhaltet die Leitsymptomatik, bestehend aus funktioneller/struktureller Schädigung mit den daraus resultierenden Therapiezielen. Die funktionellen/strukturellen Schädigungen sind durch einen Kleinbuchstaben gekennzeichnet, z.B. a), b), c), d). Den Therapiezielen ist ein kleiner Pfeil vorangestellt.

Suchen Sie die entsprechende Leitsymptomatik aus, die bei Ihrem Patienten aufgetreten ist. Dies könnte z.B. a) „Schmerzen durch Fehlbelastung“ sein.


Heilmittel bestimmen

Bleiben Sie auf dieser Zeile und gehen Sie einfach eine Spalte nach rechts. In dieser Spalte finden Sie die zur jeweiligen Leitsympotmatik verordnungsfähigen Heilmittel. Die Legende für die Abkürzungen der Heilmittel finden Sie auf der linken Seite.

Bei der Beispieldiagnose sieht der Regelfall als „vorrangiges Heilmittel [A]“ entweder die Verordnung von „Allgemeiner Krankengymnastik“ oder „Manueller Therapie“ vor. Von diesen beiden Heilmitteln können Sie eines zur Verordnung auswählen.

Zusätzlich zu den Hauptheilmitteln [A] oder [B] können Sie außerdem eines der weiteren „ergänzenden Heilmittel [C]“ verordnen, hier z.B. entweder Wärme-, Kälte- oder Elektrotherapie. (Bei der Verordnung von Wärmetherapie sollte diese auch aus abrechnungstechnischen Gründen spezifiziert werden, z.B. „Heißluft“).


Verordnungsmenge bestimmen

Zur Bestimmung der entsprechenden Verordnungsmenge im Regelfall gehen Sie eine weitere Spalte nach rechts. Hier finden Sie neben den zulässigen Verordnungsmengen auch die Therapiefrequenzempfehlung und ggf. weitere Hinweise zur Verordnung.

Für die Beispieldiagnose sieht der Regelfall bei der Erstverordnung bis zu 6 Behandlungen (Einheiten) pro Verordnung vor.

Je Folgeverordnung kann im Regelfall ebenfalls eine Verordnungsmenge von bis zu 6 Behandlungen (Einheiten) verordnet werden.

Im Regelfall beträgt die Gesamtverordnungsmenge bis zu 18 Behandlungen. Lässt sich im individuellen Einzelfall das Therapieziel mit der gegebenen Gesamtverordnungsmenge nicht erreichen, sehen die Richtlinien eine Verordnung „außerhalb des Regelfalls“ vor.


Frequenzempfehlung und Hinweise

Für die Verordnung können Sie noch eine Frequenzempfehlung über die Anzahl der Therapieeinheiten pro Woche abgeben. Im Beispiel sind dies 1 bis 3 Behandlungen (Einheiten) pro Woche.

Die rechte Spalte enthält zudem verschiedene Hinweise für die Verordnung von Heilmitteln in der jeweiligen Diagnosengruppe.