Stimm-, Sprech-, Sprachtherapie - Anwendungsbeispiel

Wie kommt man von der Diagnose zum verordnungsfähigen Heilmittel?

Hier nun eine ausführlichere Darstellung anhand eines Beispiels. Sie können dieses Beispiel mit Hilfe des Katalogteils auch einfach nachvollziehen.


Diagnose zuordnen

Sie diagnostizieren z.B. bei einem Kind eine Sprachentwicklungsstörung.

Im Katalog sind die Diagnosen zunächst in die Bereiche eingeteilt, die Sie als Register 1 bis 6 sehen.

Ihre Diagnose Sprachentwicklungsstörung ist dem Kapitel „Störung der Sprache“, zuzuordnen, also dem Register [2].

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Halten Sie jetzt mit dem Daumen das Register bei [2] fest. Durch Wegklappen der darüberliegenden Seiten schlagen Sie dieses Kapitel auf.

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Auf dieser Seite sehen Sie nun eine Auflistung von Diagnosengruppen innerhalb dieses Kapitels. Hier beginnt das zweite Register. Jede Registerlasche ist mit zwei Großbuchstaben und (bis auf eine Ausnahme) einer zusätzlichen Ziffer beschriftet.

Ihre Diagnose ist der Diagnosengruppe [SP1] („Störung der Sprache vor Abschluss der Sprachentwicklung“) zuzuordnen.

Halten Sie jetzt mit dem Daumen das Register bei [SP1] fest und schlagen Sie diese Seite auf. Das entspricht einem Wegklappen der darüberliegenden Seiten.

Die jetzt aufgeschlagene Doppelseite erläutert eine Diagnose bzw. Diagnosengruppe.

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Auf der linken Seite oben befindet sich eine Darstellung der Diagnose mit evtl. Spezifikationen, Erläuterungen, Ergänzungen und Beispielen. Sie können jetzt noch einmal vergleichen, ob die gestellte Diagnose in diese Diagnosengruppe fällt.


Leitsymptomatik: Funktionelle/Strukturelle Schädigung

Auf der linken Seite unterhalb der Beschreibung der Diagnose befindet sich eine Darstellung der hiermit einhergehenden Leitsymptomatik bzw. funktionellen/strukturellen Schädigung.


Therapieziele

Auf der linken Seite unten finden Sie die sich aus dem Schädigungsbild ergebenden Therapieziele, welche durch eine entsprechende Heilmittelbehandlung im Regelfall erreicht werden können.

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Heilmittel bestimmen

Auf der rechten Seite finden Sie die bei dieser Diagnose bzw. Diagnosengruppe „im Regelfall“ verordnungsfähigen Heilmittel bzw. Maßnahmen der Stimm-, Sprech- und Sprachtherapie.

Im Beispiel (Sprachentwicklungsstörung, SP1) sieht der Heilmittelkatalog Sprech- und Sprachtherapie vor.

Hinweis: Auf dem Verordnungsvordruck können mehrere Maßnahmen (Therapien) gleichzeitig angekreuzt werden. Der Therapeut wird die Inhalte der Sitzungen entsprechend gestalten.

Der Heilmittelkatalog sieht eine Therapiedauer von 30 oder 45 Minuten vor. Die Therapiedauer ist in Abhängigkeit des Therapiebedarfs sowie der Belastbarkeit des Patienten festzulegen.


Verordnungsmenge bestimmen

Die entsprechende Verordnungsmenge im Regelfall finden Sie unterhalb der Heilmittel. Sie finden dort neben den zulässigen Verordnungsmengen auch die Therapiefrequenzempfehlung und ggf. weitere Hinweise zur Verordnung.

Für die Beispieldiagnose sieht der Regelfall bei der Erstverordnung bis zu 10 Behandlungen (Einheiten) pro Verordnung vor.

Je Folgeverordnung kann im Regelfall ebenfalls eine Verordnungsmenge von bis zu 10 Behandlungen (Einheiten) verordnet werden.

Im Regelfall beträgt die Gesamtverordnungsmenge bis zu 60 Behandlungen. Lässt sich im individuellen Einzelfall das Therapieziel mit der gegebenen Gesamtverordnungsmenge nicht erreichen, sieht die Richtlinie eine Verordnung „außerhalb des Regelfalls“ vor.


Frequenzempfehlung und Hinweise

Auch die Frequenzempfehlung ist in Abhängigkeit vom Gesundheitszustand und Konzentrationsvermögen festzulegen. Im Beispiel sieht der Katalog eine Frequenzempfehlung von 2 oder mehr Behandlungen (Einheiten) pro Woche vor.