Physikalische Therapie - Anwendungsbeispiel

Wie kommt man von der Diagnose zum verordnungsfähigen Heilmittel?

Hier nun eine ausführlichere Darstellung anhand eines Beispiels. Sie können dieses Beispiel mit Hilfe des Katalogteils auch einfach nachvollziehen.


Diagnose zuordnen

Sie diagnostizieren bei Ihrem Patienten z.B. eine Schulterluxation.

Im Katalog sind die Diagnosen zunächst in die Bereiche eingeteilt, die Sie im Buch als Register 1 bis 6 sehen.

Ihre Diagnose Schulterluxation ist dem Kapitel Erkrankungen der Stütz- und Bewegungsorgane zuzuordnen, also dem Register [1].

Halten Sie jetzt mit dem Daumen das Register bei [1] fest. Durch Wegklappen der darüberliegenden Seiten schlagen Sie dieses Kapitel auf.

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Auf dieser Seite sehen Sie nun eine Auflistung von Diagnosengruppen innerhalb dieses Kapitels. Hier beginnt das zweite Register. Jede Registerlasche ist zwei Großbuchstaben und ggf. einer zusätzlichen Ziffer beschriftet.

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Ihre Diagnose Schulterluxation ist der Diagnosengruppe [EX2] („Verletzungen/Operationen und Erkrankungen der Extremitäten und des Beckens mit prognostisch mittelfristigem Behandlungsbedarf“) zuzuordnen.

Halten Sie jetzt mit dem Daumen das Register bei [EX2] fest und schlagen Sie diese Seite auf. Das entspricht einem Wegklappen der darüberliegenden Seiten.


Leitsympomatik/Schädigung zuordnen

Sie befinden sich jetzt auf einer Einzeldiagnose-Seite.

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Auf der linken Seite befindet sich eine ausführliche Beschreibung der Diagnose mit evtl. Spezifikationen, Erläuterungen, Ergänzungen und Beispielen. Sie können jetzt noch einmal vergleichen, ob die gestellte Diagnose in diese Diagnosengruppe fällt.

Unterhalb der Beschreibung der Diagnose befindet sich die Legende zu den rechts in der Tabelle verwendeten Abkürzungen der Heilmittel und Symbolen der Verordnungsvorgaben.

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Die rechte Seite ist tabellarisch aufgebaut:
Die erste Spalte beinhaltet die Leitsymptomatik, bestehend aus funktioneller/struktureller Schädigung mit den daraus resultierenden Therapiezielen. Die funktionellen/strukturellen Schädigungen sind durch einen Kleinbuchstaben gekennzeichnet, z.B. a), b), c). Den Therapiezielen ist ein kleiner Pfeil vorangestellt. Suchen Sie die entsprechende Leitsymptomatik aus, die bei Ihrem Patienten aufgetreten ist. Dies könnte z.B. a) „Bewegungsstörung“ sein.


Heilmittel bestimmen

Bleiben Sie auf dieser Zeile und gehen Sie einfach eine Spalte nach rechts. In dieser Spalte finden Sie die zur jeweiligen Leitsympotmatik verordnungsfähigen Heilmittel. Die Legende für die Abkürzungen der Heilmittel finden Sie auf der linken Seite.

Bei der Beispieldiagnose sieht der Regelfall als vorrangiges Heilmittel [A] entweder die Verordnung von „Allgemeiner Krankengymnastik“ oder „Manueller Therapie“ vor. Von diesen beiden Heilmitteln können Sie eines zur Verordnung auswählen.

Kann aus beim Patienten liegenden Gründen keines der beiden „vorrangigen Heilmittel“ durchgeführt werden, so gibt es hier die Alternative, ein optionales Heilmittel [B] zu verordnen, in diesem Fall „Übungsbehandlung“.

Zusätzlich zu den Hauptheilmitteln [A] oder [B] können Sie außerdem eines der weiteren ergänzenden Heilmittel [C] verordnen, hier z.B. entweder Wärme-, Kälte- oder Elektrotherapie (bei der Verordnung von Wärmetherapie sollte diese auch aus abrechnungstechnischen Gründen spezifiziert werden, z.B. „WT Fango“).

Liegt bei diesem Patienten eine Komplexe Schädigung vor (Leitsymptomatik d)), so kann alternativ zur Verordnung von Einzel-Heilmitteln auch eine Standardisierte Heilmittelkombination [D1] „D1“ verordnet werden. Sie können hierbei die einzusetzenden Heilmittel aus den im Katalog aufgeführten vorgeben oder die Entscheidung dem Therapeuten überlassen.


Verordnungsmenge bestimmen

Zur Bestimmung der entsprechenden Verordnungsmenge im Regelfall gehen Sie eine weitere Spalte nach rechts. Hier finden Sie neben den zulässigen Verordnungsmengen auch die Therapiefrequenzempfehlung und ggf. weitere Hinweise zur Verordnung.

Für die Beispieldiagnose sieht der Regelfall bei der Erstverordnung bis zu 6 Behandlungen (Einheiten) pro Verordnung vor.

Je Folgeverordnung kann im Regelfall ebenfalls eine Verordnungsmenge von bis zu 6 Behandlungen (Einheiten) verordnet werden.

Im Regelfall beträgt die Gesamtverordnungsmenge bis zu 18 Behandlungen. Lässt sich im individuellen Einzelfall das Therapieziel mit der gegebenen Gesamtverordnungsmenge nicht erreichen, sehen die Richtlinien eine Verordnung „außerhalb des Regelfalls“ vor.


Frequenzempfehlung und Hinweise

Für die Verordnung können Sie noch eine Frequenzempfehlung über die Anzahl der Therapieeinheiten pro Woche abgeben. Im Beispiel sind dies 2 oder mehr Behandlungen (Einheiten) pro Woche.

Die rechte Spalte enthält zudem verschiedene Hinweise für die Verordnung von Heilmitteln in der jeweiligen Diagnosengruppe.