Ergotherapie - Anwendungsbeispiel

Wie kommt man von der Diagnose zum verordnungsfähigen Heilmittel?

Hier nun eine ausführlichere Darstellung anhand eines Beispiels. Sie können dieses Beispiel mit Hilfe des Katalogteils auch einfach nachvollziehen.


Diagnose zuordnen

Sie diagnostizieren bei Ihrem Patienten z.B. einen Apoplex.

Im Katalog sind die Diagnosen zunächst in die Bereiche eingeteilt, die Sie als Register 1 bis 4 sehen.

Ihre Diagnose Apoplex ist dem Kapitel Erkrankungen des Nervensystems zuzuordnen, also dem Register [2].

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Halten Sie jetzt mit dem Daumen das Register bei [2] fest. Durch „Wegklappen“ der darüberliegenden Seiten schlagen Sie dieses Kapitel auf.

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Auf dieser Seite sehen Sie nun eine Auflistung von Diagnosengruppen innerhalb dieses Kapitels. Hier beginnt das zweite Register. Jede Registerlasche ist mit zwei Großbuchstaben und einer zusätzlichen Ziffer beschriftet.

Ihre Diagnose Apoplex ist der Diagnosengruppe [EN2] („ZNS-Schädigungen/ZNS-Erkrankungen nach Vollendung des 18. Lebensjahres“) zuzuordnen.

Halten Sie jetzt mit dem Daumen das Register bei [EN2] fest und schlagen Sie diese Seite auf. Das entspricht einem Wegklappen der darüberliegenden Seiten.

Die jetzt aufgeschlagene Doppelseite erläutert eine Diagnose bzw. Diagnosengruppe.

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Auf der linken Seite oben befindet sich eine ausführliche Beschreibung der Diagnose mit evtl. Spezifikationen, Erläuterungen, Ergänzungen und Beispielen. Sie können jetzt noch einmal vergleichen, ob die gestellte Diagnose in diese Diagnosengruppe fällt.


Funktionelle/strukturelle Schädigung und Leitsymptomatik zuordnen

Auf der linken Seite unterhalb der Beschreibung der Diagnose befindet sich eine Darstellung der hiermit einhergehenden Schädigungen bzw. Funktionsstörungen.

Darunter finden Sie eine Beschreibung der Leitsymptomatik in Form der Fähigkeitsstörung.

Suchen Sie nun zuerst auf der linken Seite die entsprechenden Funktionsstörungen aus, die bei Ihrem Patienten bestehen. Dies könnte im Beispiel Apoplex die Funktionsstörung im Bereich der „Körperhaltung, Körperbewegung und Koordination“ sein.

Anschließend ordnen Sie dieser Funktionsstörung/Schädigung die hieraus resultierende Einschränkung der Fähigkeiten zu. In unserem Beispiel resultiert aus den beschriebenen Funktionsstörungen die „Einschränkung der Beweglichkeit und Geschicklichkeit“.

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Therapieziele bestimmen

Auf der rechten Seite finden Sie oben zuerst die sich aus dem Schädigungsbild ergebenden Therapieziele, welche durch eine entsprechende Heilmittelbehandlung im Regelfall erreicht werden können.


Heilmittel bestimmen

Im zweiten farbig unterlegten Abschnitt der Seite finden Sie die bei dieser Diagnose „im Regelfall“ verordnungsfähigen Heilmittel bzw. Maßnahmen der Ergotherapie.

Im Beispiel (Apoplex, EN2) bietet der Heilmittelkatalog drei alternative vorrangige Heilmittel an: [A1], [A2], [A3].

In Abhängigkeit von den Funktionsstörungen und den hieraus resultierenden Fähigkeitsstörungen können Sie nun ein „vorrangiges Heilmittel“ auswählen. In unserem Beispiel z.B. das Heilmittel [A1]: „Sensomotorisch-perzeptive Behandlung“.

Kann aus im Patienten befindlichen Gründen das „vorrangige Heilmittel“ nicht eingesetzt werden, gibt der Katalog hier die Möglichkeit, alternativ ein „optionales Heilmittel [B]“, in diesem Fall die „psychisch-funktionelle Behandlung“, zu verordnen. Dies macht in unserem Beispiel allerdings nur dann Sinn, wenn auch entsprechend begleitende Störungen der psychischen Funktionen und Fähigkeiten vorliegen.

Zusätzlich zum „vorrangigen [A]“ (bzw. „optionalen [B]“) Heilmittel können Sie außerdem eines der weiteren „ergänzenden Heilmittel [C]“ verordnen, hier z.B. eine „Thermische Anwendung“.


Verordnungsmenge bestimmen

Die entsprechende Verordnungsmenge im Regelfall finden Sie unterhalb der Heilmittel. Sie finden dort neben den zulässigen Verordnungsmengen auch die Therapiefrequenzempfehlung und ggf. weitere Hinweise zur Verordnung.

Für die Beispieldiagnose sieht der Regelfall bei der Erstverordnung bis zu 10 Behandlungen (Einheiten) pro Verordnung vor.

Je Folgeverordnung kann im Regelfall ebenfalls eine Verordnungsmenge von bis zu 10 Behandlungen (Einheiten) verordnet werden.

Im Regelfall beträgt die Gesamtverordnungsmenge bis zu 40 Behandlungen. Lässt sich im individuellen Einzelfall das Therapieziel mit der gegebenen Gesamtverordnungsmenge nicht erreichen, sieht die Richtlinie eine Verordnung „außerhalb des Regelfalls“ vor.


Frequenzempfehlung und Hinweise

Für die Verordnung können Sie noch eine Frequenzempfehlung über die Anzahl der Therapieeinheiten pro Woche abgeben. Im Beispiel sind dies 1 oder mehr Behandlungen (Einheiten) pro Woche.